Sonntag, 17. Dezember 2017

Bethlehem 2017

Wie wäre das wohl, 

wenn Maria und Josef heute in der Kälte unterwegs wären? 

Wer würde sie aufnehmen? Würde man ihnen mit menschlicher Kälte begegnen oder ihnen freundlich entgegen kommen? 

Ich hab ein Bild vor Augen: Schaulustige mit Handys. 

Sensationslust und Selfies. 

Ein Selfie mit diesem Baby, das, laut Medienberichten, etwas Besonderes sein soll. Würde man es glauben? 

 

Hätten es Maria und Josef heute ebenso schwer, wie damals? 

Bei allem, was sich die Menschheit an UNmenschlichkeit geleistet hat, glaube ich eher, man würde sie ebenso in einer schäbigen Behausung unterbringen, wie es ihnen damals mit dem Stall erging, als ihnen zu helfen.

 

Würde man sie als lästige Flüchtlinge sehen? Trotz der Prophezeiung? 

Könnte Jesus, als Erwachsener, den  Menschen klar machen, dass sie eine Fülle von Möglichkeiten auf dieser Erde haben? 

Oder würde man ihn verachten - und ebenso verraten, wie damals?

 

Bethlehem 2017. Eine Chance. Ein Kind. Und der Glaube, der nur eines braucht: Vertrauen. Gottvertrauen. 

Bethlehem 2017. Kälte, draußen und in den Herzen. 

Ich glaube, Maria und Josef hätten es wirklich so schwer, wie damals in Bethlehem. 

Was würde man ihnen bringen? Würde man ihnen überhaupt etwas bringen?

Wer würde heute glauben, dass der Erlöser geboren ist? Wer würde einem Stern folgen, der zum Christkind führt? 

Würde man eine Wagenkolonne bilden, nur um mit diesem Christkind in die Zeitung zu kommen oder mit ihm ein Video zu drehen, das dann bei Youtube angeklickt werden könnte?

"Yeah, ich war da, ich hab das gesehen". 

 

Wir fragen uns oft, warum Gott Dieses oder Jenes zulässt. 

Es gibt wohl niemand, der Gott noch keine Vorwürfe gemacht hat, wenn es um ein Unglück ging. "WARUM" -  das wird das meistgebrauchte Wort sein. 

 

Ich nehme mich da nicht aus. Auch ich habe unzählige Male gefragt "Warum nur, warum tust du mir das an? Oder: "Warum lässt du das zu?". 

Ich werde auch weiterhin fragen. Und ich wünsche mir oft, dass ich dieses tief verankerte Gottvertrauen hätte. Damit meine ich, nichts infrage zu stellen. Aber dann fällt mir Luther wieder ein, dessen Leben und Tun mich sehr bewegt und beeinflusst hat. Immer wieder denke ich auch daran, dass man mir bei meiner Konfirmation den Spruch mit auf den Weg gab, dass ich Gott finden würde, wenn ich ihn von Herzen suchen würde. Vielleicht habe ich es einfach nie genug getan. Keine Ahnung. Doch ich weiß auch, dass ich OHNE nicht sein wollte.

 

Ich hab den Text geschrieben "Du siehst mich". 

Während ich es schrieb, dachte ich, dass das ein gutes Gfühl ist, dass mich jemand sieht, dass ER mich sieht. 

Es tröstet mich, wenn ich traurig bin. Auch Dankbarkeit macht sich breit, dass ich dieses Lied schreiben durfte, das dann ein lieber Kollege mit seiner Komposition und seiner Stimme, zu einem wunderschönen Lied gemacht hat. (Danke Jörn).

Wie viele, so habe ich auch immer alles wissen und erforschen wollen und ich glaube ganz fest. Ganz fest daran, dass mich jemand beschützt. 

Ich glaube an das Universum, mit all seinen versteckten Wundern. 

Geborgen fühlen. Nicht alleine sein. 

 

Wenn wir glauben, wenn wir das Gefühl haben, dass wir sehr wohl behütet sind, dann ist alles gut. Vielleicht verzeiht mir, persönlich, Gott ja, dass ich eines seiner fragenden Kinder bin. Wer weiß, vielleicht ist er sogar stolz auf mich, dass ich denke und fühle und mir alles nicht egal ist. Wer weiß, vielleicht denkt er bei sich "endlich mal Eine, die, trotz allem, weiterhin fragt und kämpft und dabei noch an andere denkt".

 

Bethlehem 2017.  Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn heute, 2017, die Meldung zu lesen wäre, dass in Darmstadt, Paris oder Neapel, ein Kind geboren wird, das die Welt erlöst. Ich bräuchte kein Selfie. Im Gegenteil: ich wäre neugierig und würde mich freuen, wenn ich Jesus mal in der Kirche treffen würde. Mit ihm singen. Reden. Beten. Diskutieren. 

Bethlehem 2017.  Marias und Josefs gibt es immer noch.

Arme Menschen, die ein Zuhause suchen. Maria und Josef mitten unter uns. 

Damals und heute fehlt etwas ganz  Entscheidendes: 

Vertrauen. Respekt. Liebe. Statt Gegeneinander, Rücksichtslosigkeit und Hass.

 

Wie würde Jesus reagieren? 

 

John F. Kennedy fällt mir ein. Würde man Jesus heimtückisch töten? Selbstmordkommando im Namen Allahs? 

 

Bethlehem 2017: Ich wünsche mir, dass Weihnachten für uns wieder den Weg in die Herzen findet. Nicht nur in die Geschäfte.

Wir brauchen keine Konsumgüter. Wir brauchen Liebe. Und Frieden!

Die schenkt uns jemand. Es liegt nicht an Gott, es liegt an den Menschen.

Es gab ein Paradies. Und man hat uns mit all den Schätzen und Wundern dieser Erde unzählige Paradiese geschenkt. 

 

Tränen. Tränen für das, was man diesen ganzen Paradiesen angetan hat.

Möge uns Gott vergeben. 

Möge uns dieses Kind, das in einer Krippe geboren würde, die Chance geben, jeden Tag, mit allem was uns möglich ist, diese Erde zu erhalten.  

 

pixabay.de

 

Bethlehem.....

Stille Nacht. 

Zeit nachzudenken, Zeit zu handeln!

 

©Marie-Gabrielle Chambres 

 

 


Sonntag, 10. Dezember 2017

Ich wohne ja nicht am Meer

Diese Aussage fällt immer wieder. In Gesprächen oder/und den sozialen Medien.

Wenn es um das weltweite Problem von Plastik in den Meeren geht.

"Wie soll denn bitteschön, meine Plastiktüte im Meer landen, da wohne ich ja gar nicht". 

Da kann man nur den Kopf schütteln und an Albert Einstein und die menschliche Dummheit denken.

Diese Einstellung ist gefährlich. Nicht für Denjenigen selbst. "Nur" für die nachfolgenden Generationen. Auch nicht unbedingt die eigenen. Aber es gibt doch nicht nur uns. 

Kann es uns egal sein, wenn die Meere in Plastik ersticken? 

Garantiert nicht! 

Deswegen "Aufwachen"!  

Wer der Meinung ist, dass ihn das alles nicht betrifft, der werfe doch bitte mal einen Blick auf diese Seite:

 

https://www.umweltbundesamt.de/themen/auch-deutsche-meere-leiden-unter-plastikmuell

 

Wir können weltweit Kerzen anzünden, wenn wir uns solidarisch zeigen möchten. Das funktioniert doch auch. Und dabei sehen wir auch nicht, ob jemand in China, Australien oder Bulgarien, eine Kerze anzündet. Dennoch machen wir es. 

So Vieles existiert nicht mehr, fiel dem Fortschritt und dem Egoismus des Menschen zum Opfer. 

Ist es nicht an der Zeit, dem entgegen zu wirken?

In zwei Wochen ist Weihnachten. Das Fest der Liebe. Die christliche Welt ist vereint. Feiert, so Gott will, überall fröhliche Weihnachten. 

Ich wünsche uns allen, dass man über den Tellerrand hinaus schaut, dass man nicht nur an sich selbst denkt, dass diese Einstellung "ich wohne ja nicht am Meer, was macht da meine Plastiktüte schon aus?" sich nicht weiter verbreitet. Ich wünsche uns allen, dass sich weltweit so ein Hauch von Vernunft einstellt. 

 

pixabay.de

 

Weihnachten. Überall. Ein Stern leuchtet für uns alle. 

 

Dann sollten wir auch alle dafür sorgen, dass dieses Licht durch unsere Liebe und unsere Dankbarkeit der Natur und allen Geschöpfen gegenüber, erhalten bleibt. 

Ich wünsche allen einen schönen und friedlichen zweiten Advent!

 

©Marie-Gabrielle Chambres